Fugen-Forensik · Fall 02

Hohl liegende Fliesen & Plattenbruch unter Flurförderzeugen

Ein hohler Klang beim Begehen, Rissmuster über mehrere Platten hinweg und wegplatzende Kanten beim Befahren mit Gabelstaplern: Hohlstellen sind die Vorstufe zum Totalverlust des Bodens. Wir zeigen, warum konventionelle Verlegung versagt und wie Rüttelkeramik dauerhaft trägt.

Symptome: Wie sich Hohlstellen ankündigen

Hohlstellen entwickeln sich schleichend. Oft beginnen sie mit feinen Rissen entlang der Fugen oder einem auffällig hohlen Geräusch, wenn Flurförderzeuge über bestimmte Hallenbereiche fahren. Sobald die harte, punktuelle Last von Vulkollan- oder Polyamid-Rädern (teilweise über 2 bis 3 Tonnen Achslast) auf eine nicht vollflächig unterfütterte Fliese trifft, bricht die keramische Platte unweigerlich durch.

Die forensische Ursache: Hohlräume durch Dünnbett-Kammverlegung

Im gewöhnlichen Hochbau werden Fliesen im Dünnbettverfahren mit einer Zahnkelle verlegt. Im Industriebau ist dies fatal: Es entstehen zwingend Luftstege unter den Fliesen (oft nur 60–75 % Bettungsgrad). Bei thermischer Ausdehnung oder dynamischer Radlast brechen die Hohlräume ein. Hinzu kommen unzureichende Vorbereitung des Untergrunds (keine Kugelstrahlbehandlung) oder ungeeignete Haftbrücken.

Sicherheits- und Hygienerisiken im Werk

  • Gefahr für Flurförderzeuge: Plötzliche Absätze und Plattenausbrüche beschädigen empfindliche Rollen, Achsen und Lastaufnahmemittel von Hochhubwagen.
  • Erhöhtes Unfallrisiko: Stolperfallen für Mitarbeitende und unruhiger Lauf von Transportwägen, der zum Kippen von Transportgut führen kann.
  • Massive Schmutzansammlung: Unter hohl liegenden Fliesen entsteht ein Schmutzwasserspeicher, der bei jedem Überfahren pumpend Flüssigkeit an die Oberfläche drückt.

Die dauerhafte Lösung: Maschinelles Rüttelverfahren (AGI S 40)

Um Hohlräume physikalisch auszuschließen, setzt HSB auf das Rüttelverfahren nach AGI S 40:

  1. 1. Untergrundvorbereitung: Kugelstrahlen des Rohbetons bis zur Freilegung des tragenden Zuschlagkorns (Abreißfestigkeit > 1,5 N/mm²).
  2. 2. Frisches Verlegebett: Einbau eines hochfesten Mörtelbetts (Druckfestigkeit > 40 N/mm²).
  3. 3. Maschinelle Rüttelverdichtung: Schwere Flächenrüttler verdichten die Platten mit definierter Frequenz in das Mörtelbett ein. Der Mörtel steigt in den Fugen auf – 100 % hohlraumfreie Einbettung ohne Lufteinschlüsse.
  4. 4. Hohe Druckfestigkeit: Druckfestigkeit laut Herstellerdatenblatt, bei vollflächiger Bettung sicher befahrbar mit Flurförderzeugen und harten Lastrollen.

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HSB bewertet Belastungsprofil, Untergrund und Sanierungsoptionen vor Ort – die Ersteinschätzung wird nicht in Rechnung gestellt und ist mit keiner Kaufverpflichtung verbunden. Drei Angaben genügen für eine erste Einschätzung:

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